Einmal im Jahr kommt sie: die Nebenkostenabrechnung. Für viele Mieter ein lästiges Dokument, das oft ohne Prüfung abgeheftet wird. Dabei stecken hier häufig Fehler — zu deinen Ungunsten.
Was sind Nebenkosten?
Nebenkosten (auch Betriebskosten) sind die Kosten, die dem Vermieter durch den Betrieb der Liegenschaft entstehen und die er auf die Mieter umlegen darf. Typische Positionen:
- Heizung und Warmwasser (grösster Posten: 50-70%)
- Allgemeinstrom (Treppenhaus, Lift, Waschküche)
- Wasserverbrauch
- Hauswartung
- Kehrichtgebühren
- Gartenunterhalt
- Liftunterhalt
- Schneeräumung
Was der Vermieter NICHT auf Nebenkosten umlegen darf
- Reparaturen und Renovation der Liegenschaft
- Verwaltungskosten (nur wenn im Vertrag explizit vereinbart)
- Hypothekarzinsen
- Investitionen in die Liegenschaft
Abrechnung prüfen
Du hast das Recht, die Nebenkostenabrechnung einzusehen und Belege zu verlangen. Fordere eine detaillierte Aufstellung an — die meisten Verwaltungen schicken nur eine Zusammenfassung. Was du prüfen solltest:
- Stimmt der Verteilschlüssel? (z.B. nach Wohnfläche oder Personenzahl)
- Sind unzulässige Posten enthalten?
- Stimmen die Beträge mit den Vorjahren überein?
- Wurde die richtige Abrechnungsperiode verwendet?
Nachzahlung oder Guthaben?
Die Nebenkostenabrechnung ergibt entweder eine Nachzahlung (du hast weniger Akontozahlungen geleistet als die tatsächlichen Kosten) oder ein Guthaben. Bei einem Guthaben muss der Vermieter dir den Betrag zurückerstatten.
Einspruch erheben
Bist du mit der Abrechnung nicht einverstanden? Schriftlich beim Vermieter Einspruch erheben und Einsicht in die Belege verlangen. Wird das verweigert oder bekommst du keine befriedigende Antwort: Schlichtungsstelle. Der Mieterverband kann dir bei der Prüfung helfen.
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